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Migas
Die oben gezeigten Migas haben wir in einem kleinen Restaurant in Sedella mit viel Genuß gegessen.
Wenn die Landarbeiter in den Weinbergen oder Olivenhainen den Ton des Schneckenhorns hörten wußten
sie, daß es an der Zeit war neue Kräfte zu sammeln. Vor den Bauernhäusern saß die ganz
Truppe dann bald brüderlich um die große Pfanne herum, in der der Herr die „Migas“ zubereitete,
ein sehr einfaches Mahl zwar, aber ideal, damit den restlichen Anforderungen des Tages standhalten zu können.
Die „Migas“ werden mit Maismehl, Öl und Wasser hergestellt, sind somit ein schnelles, typisches und
leckeres Gericht des ländlichen Andalusiens. Sie werden mit dem „Eselstreibersalat“ und einem guten
Landwein serviert, und so wurde das Migas-Essen zum Akt der Verbrüderung.
Das Fest der „Migas“ wird in vielen Dörfern Andalusiens gefeiert und ist ein alter Brauch und ein willkommener
Anlaß dafür, daß Besucher teilweise aus der ganzen Welt anlockt. Schon sehr früh morgens, sobald
das Schneckenhorn ertönt, gibt sich eine große Anzahl von Migueros sehr viel Mühe bei der Zubereitung
und der Verteilung der Migas und der Bauernsalat. Migas sind in allen Ecken der jeweiligen Gemeinde zu
finden und werden herunter gespült mit Wein aus den Fässern, die zuvor meist durch einen Wettbewerb von den
örtlichen Winzern dazu ausgewählt wurden. Ab diesem Moment und den ganzen Tag über vergnügen sich
die Dorfbewohner und Besucher auf einem Fest, das in vielen Gemeinden auch artistische Vorstellungen, Volkstänze
und Tanz für alle Generationen bietet.
Zahlreiche Stände bieten die leckeren einheimischen Produkte an: Wein, Honig, Rosinen, Feigen, Knoblauch,
Ölgebäck und den traditionellen eingedeckten Honig. Auf den Kunsthandwerksausstellungen kann man
Stickereien, Keramik, geflochtene, Körbe, Gemälde und Wandbehänge kaufen.

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