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Torrox Costa
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Ein deutscher Geograph untersuchte in seiner Diplomarbeit Residentialtourismus in Torrox. Ein zehntägiger Urlaub auf Mallorca
weckte bei dem Geographie-Studenten Johannes Kissel das Interesse am Residentialtourismus. Das Ergebnis der ersten Überlegungen
vor knapp einem Jahr: eine umfangreiche Diplomarbeit zum Thema „Residentialtourismus und Internationale Ruhesitzwanderung am
Beispiel der deutschen Kolonie in der Gemeinde Torrox". Die 132 Seiten umfassende Arbeit hat Kissel im September 2001 an der
Universität Köln abgegeben.
Theoretische Grundlagen und Feldforschung
Johannes Kissel unterteilt seine Arbeit in zwei Bereiche: In einer theoretischen Einführung wird der Begriff
Residentialtourismus geklärt, in einem zweiten, empirischen Teil präsentiert Kissel die Ergebnisse einer Umfrage,
die er bei seinem Aufenthalt in Torrox durchgeführt hat. Mit Hilfe des andalusischen Statistik-Institutes (IEA)
hat Johannes Kissel „trotz der defizitären Erfassung der Residentialtouristen" festgestellt, daß die Gemeinde
Torrox „mit einem Anteil von fast 75 Prozent deutscher Bevölkerung an der gesamten gemeldeten ausländischen
Bevölkerung eindeutig die größte deutsche Hochburg in der Provinz Málaga" ist. Nach den Angaben von
Kissel waren im Jahr 1998 in Torrox 8.844 spanische und 2.094 deutsche Einwohner gemeldet.
Der Großteil der deutschen Bevölkerung lebt an der Siedlungsachse entlang der Küste, die ab 1970 von der Bremer
Baufirma Bau Hoffmann mit dem Centro Internacional erschlossen wurde. „Das Herkunftsgebiet dieser Baufirma
und deren Vermarktungsstrategie begründeten die Entwicklung von Torrox-Costa zur größten deutschen Kolonie an der
Costa del Sol", so Kissel. „Die Wohnimmobilien wurden potentiellen Käufern mittels Besichtigungsreisen zum
Standort der Musterwohnung an der Küste von Torrox schmackhaft gemacht." Die überwiegende Mehrheit der
Kaufinteressierten stammt aus der BRD, mit regionalem Schwerpunkt Norddeutschland, dem Hauptarbeitsgebiet der
ausführenden Baufirma.
Ab Ende der 70er Jahre entstand westlich vom Centro
Internacional die ebenfalls von deutscher Bevölkerung geprägte Urbanisation Laguna Beach, deren letzter
Bauabschnitt allerdings wegen zahlreicher Baustopps erst 20 Jahre später abgeschlossen wurde. Eine dritte, etwa
einen Kilometer von der Küste entfernte Siedlung mit 90 Prozent deutscher Bevölkerung ist Torrox-Park, das in der
Verantwortung von deutschen Bauherren liegt.
Um persönliche Daten der Bewohner zu erfassen, hat Kissel insgesamt
300 Fragebögen unter den deutschen Residenten in Torrox-Costa verteilt: im Tourismusbüro, bei Verwaltungen von
Urbanisationen und bei zwei deutschen Liederabenden. Zur Auswertung zurückgegeben wurden 169 Bögen, ein Anteil
von 56,3 Prozent.
November und Dezember am beliebtesten
Kissel hat unter anderem nach der Dauer und dem Zeitpunkt
des Aufenthaltes gefragt sowie Motive für die Wahl von Torrox-Costa untersucht. Demnach verbringen die deutschen
Residenten im Schnitt 2,5 bis 3,5 Monate im Jahr in der Gemeinde. Die beliebtesten Besuchsmonate sind Dezember,
in dem 68 Prozent der Gesamtbesucher aus Deutschland kommen, und November (61,4 Prozent). Beliebte Reisezeit der
Deutschen ist außerdem Januar bis April, im Sommer gehört Torrox-Costa den Spaniern. Im August sind nur 23 Prozent
der Gäste in Torrox deutscher Herkunft. Das Klima und die Nähe zum Meer sind die Hauptmotive, warum die Deutschen
Torrox-Costa als Aufenthaltsort gewählt haben, stellt Kissel fest. Insgesamt 99,1 Prozent der Befragten geben an,
daß für sie das Klima „sehr wichtig" oder „wichtig" ist. 61,9 Prozent der Befragten bezeichnen die Nähe
zum Meer als „sehr wichtig" oder „wichtig" (28,3 Prozent). Trotz des Aufenthalts in einer deutschen Kolonie
sind die Deutschen anderen Nationalitäten gegenüber offen – zumindest beim Friseur.
Zum spanischen Friseur
Immerhin 66,9 Prozent wählen trotz deutscher und internationaler Konkurrenz einen spanischen Coiffeur. 83 Prozent der Befragten
besuchen regelmäßig ein spanisches Restaurant. Eine Gewohnheit haben die Deutschen aber beibehalten: 76 Prozent der
Residentialtouristen in Torrox haben einen deutschen Rhythmus bezüglich der Abendessenszeiten beibehalten.
Die Arbeit von Johannes Kissel kann im Tourismusbüro von Torrox-Costa eingesehen werden
Quelle: Sabine Schulz/Torrox
Costa del Sol Nachrichten
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