Ronda, eines der weißen Dörfer in Andalusien an der Costa del Sol

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Wappen von RondaDas weltweit berühmte Bergdorf Ronda liegt im nordwestlichen Teil der Provinz Málaga, in einem riesigen Talkessel, umgeben von den beeindruckenden Hochebenen der Serrania de Ronda, Serrania de las Cumbres und Serrania del Palo. Eigentlich ist Ronda schon Ewigkeiten kein Dorf mehr, da es gut 36.000 Einwohne gibt, aber es zählt eben zu den berühmeten weißen Dörfern von Andalusien. Ronda ist eine der ältesten (über 2000 Jahre alt) und interessantesten Ortschaften ganz Spaniens. Ein Tagesausflug nach Ronda ist mehr als empfehlenswert (besser sind natürlich 2 oder mehr Tage), zumal man auf dem Hin- oder dem Rückweg einen kurzen Abstecher in das weltbekannte, "etwas" mondäne Marbella unternehmen kann.

Der Ursprung der Stadt reicht bis weit vor die maurische Zeit zurück: Ronda war in der Zeit der Herrschaft der Mauren ein wichtiges kulturelles Zentrum von "Al-Andalus", reich ausgestattet mit Palästen und Moscheen. Während der "reconquista" verteidigten die Mauren die Stadt bis zum Jahr 1485 gegen die christlichen Spanier. Zu dieser Zeit gab es nur den Stadtteil "la Ciudad", die südlich der Schlucht lag (Die Bilder oben wurden vom südlichen Teil der Stadt aufgenommen). Die Neustadt "El Mercadillo" entstand erst nach der grausamen, christlichen Wiedereroberung. Die Steuern, die den Bürgern von "La Ciudad" damals auferlegt wurden, waren so hoch, daß sie sich gezwungen sahen, ein neues Viertel ("El Mercadillo") zu errichten.

In Ronda, das mittlerweile ein weltweit bekannter Touristenort in den Bergen Andalusiens ist, finden Sie u.a. die wahrscheinlich älteste Stierkampfarena Spaniens. Hier kämpfte und starb u.a. der große Matador Pedro Romero. Ronda hat eine bewegte aber auch romantische Vergangenheit, in der viele Banditen und Stierkämpfer wichtige Rollen spielten. Im vorletzten Jahrhundert streunten Banditen ("bandoleros") durch die Berge, um reiche Touristen auszurauben. Im 20. Jahrhundert kamen Schriftsteller wie z.B. Rainer Maria Rilke - er widmete Ronda Gedichte wie "An den Engel", "Mandelbäume in Blüten" oder "Spanische Tänzerin" - und viele Stierkampfanhänger nach Ronda.

Ernest Hemingway schrieb in der Zeit des Bürgerkrieges in Spanien zwei Bücher über die Stadt: "Tod am Nachmittag" (hier wird das Drama in der Stierkampfarena beschrieben) und "Wem die Stunde schlägt". Orson Welles wurde in Ronda begraben. Die Aussicht von den drei Brücken ("Puente de San Miguel", Puente Viejo" - erbaut 1616 und die "Puente Nuevo" - erbaut 1788) auf die Schlucht von "El Tajo" und die dahinterliegende Ebene ist phantastisch; hier ist es fruchtbar und im Sommer blühen daher alle Arten von Blumen und Pflanzen. Ein Bummel durch die engen Gassen verbunden mit kurzen Abstechern in die kleinen Geschäfte ist ein absolutes "Muss".

Von der Küste aus führt die Hauptstraße durch zwei Tore in die Stadt: Die maurische "Puerta de Almocabar", die im 13. Jahrhundert der Zugang zur Burg war, sowie das Renaissancetor aus dem 16. Jahrhundert, erbaut von Kaiser Karl V. Ein Blick von den alten Steinbrücken, die die beiden Stadtteile von Ronda verbinden, in die Tiefe ist atemberaubend. Die Schlucht hat eine schaurige Vergangenheit. Der Architekt der "Puente Nuevo" stürzte sich zu Tode, als er versuchte, seinen wegwehenden Hut einzufangen. Republikanische Sympathisanten wurden von Francos Truppen ebenso in die Schlucht gestoßen wie im 18. Jahrhundert die beim Stierkampf verletzten Pferde.


Wenn Sie Ronda besuchen möchten, fahren Sie bitte vorsichtig, da die Straße von der Küste (die Auffahrt nach Ronda beginnt kurz hinter Marbella) in die Berge teilweise sehr gefährlich sein kann. Meist ist es nebelig und dadurch immer etwas glatt auf den Straßen. Rund 50 Hotels und Pensionen können in Ronda heute ca. 2.000 Gäste beherbergen; für die Verpflegung sorgen über 70 offiziell gemeldete Restaurants.