Cómpeta in Andalusien direkt an der Costa del Sol

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Geschichte von Cómpeta

14 Kilometer von der Küste entfernt (Anmerkung von competa-online: es sind ca. 18 km), nur über eine schmale gewundene Bergstraße erreichbar, bewahrt sich Cómpeta bis heute seine Urtümlichkeit und Atmosphäre. Vorzugsweise deutsche und englische Besucher, die eher eine ländliche Abgeschiedenheit bevorzugen, haben diesen Winkel in der Axarquía für sich entdeckt und sorgen für einen bescheidenen Aufschwung in der Gemeinde.


Cómpeta - ein toller Urlaub im Ferienhaus
Cómpeta - vom Mirador de Cómpeta aus gesehen


Die Römer, die diesen Ort gründeten, nannten ihn schlicht "Compita-Orum". Dieses entspricht in der Übersetzung etwa dem Begriff "Straßenüberquerung". Die Urbanisierung der Region durch die Römer ließ zahlreiche solcher Orte entstehen, die zunächst sehr abgelegen waren, sich dann aber zu Knotenpunkten in der Infrastruktur entwickelten.

Die Araber griffen die alten römischen Strukturen wieder auf und entwickelten sie weiter. Fern von der Küste, in steile Felsen gebaut, entstand ein Dorf - das heutige Cómpeta. 1312 wird es in einer Chronik von F. Guillén Rebles nur als "ein kleiner Ort in den Bergen, fünf Kilometer entfernt von Archez", beschrieben.
Seine unzugängliche Lage führte das Dorf erstmals 1487 zu Bedeutung. Die Eroberung durch die katholischen Könige läßt viele Araber in das Hinterland fliehen. Cómpeta entwickelt sich zu einer Art "Festung des arabischen Wiederstandes" und vervielfacht seine Bevölkerung.

Bereits im April 1487 wird das gesamte Gebiet von den katholischen Königen an "Luis de Mena" aus Veléz-Málaga als Amtsbereich übergeben. Der verbietet als Erstes das Sprechen, Lesen und Schreiben der arabischen Sprache, die Namen, Feste und Religion dieser Bürger.

Letzte Zuflucht
Fast alle Araber verlassen nun das Land. Einzig in wenigen "Widerstandsnestern", wie Cómpeta, bleiben die alten Strukturen noch über 80 Jahre erhalten. Erst 1569, nach brutalen Vertreibungsmethoden, kann den katholischen Königen gemeldet werden, dass "kein Araber mehr in Cómpeta lebt". Für diesen Ort bedeutet das fast die totale Bevölkerungslosigkeit.

Die neuen Herren
1573 werden drei neue Bewohner gemeldet, 1574 wieder drei, 1575 keiner und 1576 noch einer. Die Wiederbesiedelung erfolgt langsam - diese Gegend ist auch den von den katholischen Königen angeworbenen Siedlern etwas zu abgelegen.
Wegen seiner strategischen Lage kommt der Ort aber immer wieder ins Gespräch als Standort für eine Befestigungsanlage. Die Araber hatten bereits einen Turm und Mauern errichtet, was den Bau einer Befestigungsanlage erleichtert hätte. Doch der Plan setzt sich nicht durch. Eine Kirche (Iglesia Parroquial de la Asunción) wird auf den Resten der arabischen Burg errichtet und zum neuen Mittelpunkt des nun wieder entstehenden Dorflebens.
Herren der Region wurden über Jahrhunderte die Großgrundbesitzer aus Granada und Madrid, die von den katholischen Königen mit ganzen Landstrichen für ihre "Heldentaten" während der "Reconquista" belohnt wurden. Wein, Oliven, Honig und Zuckerrohr wurden nun zum Haupterwerbszweig der arbeitenden Bevölkerung in Cómpeta. Die infrastrukturellen Entwicklungen in der Region interessierte die neuen Machthaber aber wenig. Knebelverträge erlaubte es den meist in Pacht arbeitenden Bauern nicht, ihrer bitteren Armut zu entfliehen. Viele suchten ihr Glück in den Städten oder wanderten aus. Manche schlossen sich auch einer der zahlreichen Banden an, die von den Bergen aus ihre Raubzüge an der Küste durchführten.

Schwere Zeiten
Wie eine Welle überfluteten die französischen Truppen Anfang des 19. Jahrhunderts die spanische Halbinsel. 1811 errichteten sie in Veléz ein Hauptquatier. Die Beschlagnahme von Lebensmitteln führt zu erbitterten Widerstand bei der Bevölkerung. Seltsame Allianzen zwischen Räuberbanden, Widerständlern und Bauern entstanden. Gemeinsam war nur der Haß auf die Franzosen.
Cómpeta wird immer wieder Austragungsort von Zusammenstößen mit den französischen Truppen. Bereits nach einem Jahr müssen die napoleonischen Truppen jedoch nach großen Verlusten aufgeben und ziehen sich aus dieser Region zurück. Natürlich nicht, ohne auf ihrem Rückzug noch eine Schneise der Verwüstung zu hinterlassen.
Anfang des 20. Jahrhunderts macht Cómpeta einen traurigen Eindruck. Viele Häuser sind zerstört, die Kirche stark beschädigt und die Verkehrswege nicht mehr benutzbar. Nur noch 10 Prozent der ursprünglichen Bevölkerung lebt hier. Eine Folge des großen Erdbebens 1884 und der anschließenden verheerenden Cholera- Epidemie. In vielen Orten der Costa del Sol sieht es wenig anders aus.

Wirtschaftlicher Aufschwung
Die Menschen lassen sich nicht unterkriegen. Cómpeta besinnt sich in dieser Zeit wieder auf seine Vergangenheit und beginnt mit dem Anbau von Wein. Die Rebstöcke stammen aus Nordamerika und eignen sich vorzüglich für den strapaziösen Hanganbau. In kurzer Zeit entschließen sich viele ehemalige Bürger von Cómpeta in ihr Heimatdorf zurückzukehren.
Der Erfolg des Weines bringt der Gemeinde einen großen Aufschwung. Die Gründung einer Kooperative zur Vermarktung des edlen Stoffes ist für die überwiegend anarchistisch orientierten Landarbeiter Ehrensache. Den Meisten, der in dieser Zeit gegründeten Kooperativen, wurde jedoch nur eine kurze Lebendauer beschert. Es fehlte an einer kompetenten Geschäftsführung, die die Interessen auch an den richtigen Stellen durchzusetzen verstand.
Don José Cabra Fernández und Don Obdulio Requena Molina aus Málaga waren jedoch in der Lage, die Interessen der neu gegründeten Kooperative "La Recíproca" aus Cómpeta auch marktwirtschaftlich zu vertreten.
1921 wird als zweites Standbein für den wirtschaftlichen Aufschwung eine Fabrik für Olivenöl gebaut. Mit dem Bau der Straße zwischen "Torreladeada und Canillas de Albaida" im Jahre 1924 ist Cómpeta dann auch wieder an das Straßennetz angeschlossen.
Ein jähes Ende der idealistischen Pläne der Kooperative setzt der 18. Juli 1936, an dem die Truppen Francos die Stadt einnehmen. Der Bürgermeister der Stadt, der gleichzeitig auch Präsident der Landarbeiterkooperative war, setzte sich wenige Tage vorher ab und flieht ins französische Exil. Franco ernennt einen verhältnismäßig moderaten Nachfolger, der (im Gegensatz zu manchen anderem Ort) keine Hetzjagd auf Oppositionelle veranstaltete. So einigt man sich mit den Verhältnissen und Cómpetas Wein kann weiter auf Erfolgskurs gehen. 1950 werden die Weine und Produkte aus Cómpeta auf der Internationalen Landwirtschaftsausstellung in Madrid mit der "Goldenen Medaille" ausgezeichnet.


Neue Zukunft?
Der Tod Francos und die Demokratisierung Spaniens führte in den meisten Orten der Costa del Sol zu einem explosionsartigen Anstieg des Tourismus. Doch während sich in Torremolinos bereits Tausende von sonnenhungrigen Nordeuropäern tummeln, blieb Cómpeta von dieser Entwicklung relativ verschont. Reiseführer beschrieben die Route zum Ort als unzugänglich - doch wer es wagte, wurde mit einem faszinierenden Bergdorf belohnt.
Mehr als 500 Ausländer haben sich inzwischen Eigentum in Cómpeta gekauft. Überwiegend ländliche Fincas. Wohnanlagen sucht man jedoch auch heute noch vergebens in dieser Gegend.
Als Menschen, die überwiegend nicht abhängig vom Tourismus arbeiten, erlebt man bei den Einwohnern noch die freundliche Neugierde, die in anderen Orten nicht mehr zu erleben ist. Doch auch wenn Cómpeta heute überwiegend von Individualtouristen besucht wird, so bringen die stark gestiegenen Immobilienpreise Unruhe in die dörfliche Gemeinschaft. Das Bürgermeisteramt reagiert jedoch gelassen - in Cómpeta dauert es eben ein bißchen länger, bis sich etwas ändert.


Jon Frederik Heitmann (geb. 1961), Fotograf und freier Journalist mit Wohnsitz in Südspanien ist Autor zahlreicher Fachbeiträge und Publikationen über Andalusien. Freundlicherweise stellte er uns diesen im Jahre 2000 auch im "aktuellen Spanienmagazin" (www.spanien-aktuell.com) veröffentlichten Artikel zur Verfügung.


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